Calandryll
(Bauernjunge)

|
geändert von: Calandryll - 18.07.06, 13:13:13
Kapitel 1 - Der Anfang
Marcian war ein ganz normaler Knabe von 17 Jahren, der in dem ruhigen Dorf Bachtal wohnte .Er lebte dort mit seiner Schwester Narhalla und seinem Vater Grask. Seine Mutter verschwand, als sie einst frische Kräuter aus dem nahgelegenen Wald holen wollte und nicht wiederkam. Niemand hat je von ihr gehört. Marcian war ein kräftiger Bursche und geschickt im Umgang mit seinem Schwert, das er Narhalla, nach seiner Schwester, benannt hatte.
Narhalla selbst, war eine Meisterin ihres Handwerks, der Illusionsmagie. Sie beherrschte sie wie keine zweite, obwohl sie die Kunst der Magie nie gelernt hatte.
So lebten sie ein sehr glückliches Leben, bis zu dem einen Tag. An jenem Tag gingen Marcian und Narhalla auf die Jagd, denn es war der Geburtstag ihres Vaters und sie wollten ihm einen schönen Eber fangen, denn so ein Anlass kommt nicht alle Tage. So waren sie also auf der Jagd und Marcian erlegte mit seinem Bogen fünf Kaninchen und einen Eber. Als sie fertig waren gingen sie frohen Mutes nach Haus um ihrem Vater ein Festmahl zuzubereiten. Doch als sie den Waldrand erreichten, sahen sie es. Ihr Haus stand in Flammen und war umringt von gepanzerten Reitern, die das Zeichen Ascalions trugen.
Marcian packte die Wut, er wollte vorstürmen und sich auf die Reiter stürzen, doch Narhalla machte eine blitzschnelle Geste und ihr Bruder erstarrte mitten in der Bewegung.
„Du hast es also geschafft, deine Beherrschungszauber stumm zu sprechen, Schwester“
„Ja, das habe ich, Bruder. Doch ich muss dich warnen, geh nicht zu unserem Haus, denn dort ist auch Fürst Ascalion! Sieh!“
Und er sah es, Fürst Ascalion zerrte Grask aus dem Haus und ließ ihn auspeitschen. Nach 4 Schlägen brach Grask zusammen und blieb leblos liegen.
Narhalla hatte ihren Beherrschungszauber bereits gelöst und diesmal ließ sich Marcian nicht aufhalten. Er spannte seinen Bogen und schoss. Der Pfeil raste auf Fürst Ascalion zu und würde ihn mitten zwischen die Augen treffen. Doch dann geschah das Unfassbare. Fürst Ascalion fing den Pfeil mit zwei Fingern ab und zerbrach ihn. Er bedeutete seinen Männern, sich nicht zu rühren und trat einen Schritt Richtung Marcian, der mittlerweile, das Schwert in der Linken, vor dem Wald stand und Ascalion hasserfüllt anstarrte.
„Marcian, Grasks Sohn, es war ein großer Fehler von dir herzukommen und ein noch größerer auf mich zu schießen. Nun wirst du meine Rache spüren.“
Und in diesem Moment zückte er seinen gewaltigen Zweihänder.
„Dies ist Skaratra, das Schwert der Furcht. Ich werde dir damit deinen Kopf abschlagen!“
Beide Kontrahenten stürmten aufeinander zu, Marcian nahm das Schwert in beide Hände und schlug zu. Die Schwerter klirrten und dann war es geschehen, Marcians Schwert, zerbrach und fiel zu Boden. Ungläubig starrte er auf die zerbrochene Klinge Narhallas. Ascalion lachte und holte zum letzten Streich aus. Seine Klinge sauste hinab und Marcians Gedanken galten Narhalla, denn er hoffte, seine Schwester würde fliehen und weiterleben. Doch die Erlösung kam nicht, denn irgendetwas hielt Ascalions Schwert auf. Als Marcian nach oben blickte, sah er, dass ein Mann vor ihn getreten war und das Skaratra mit seinem eigenen Schwert, das seltsam grün glänzte, aufgefangen hatte. Als er in Ascalions Augen sah, sah er Angst, abgrundtiefe Angst. Ascalion wich einige Schritte zurück und sprach:
„Du??? Du??? Was willst du hier? Verschwinde! Männer tötet ihn!“
Die Männer wollten losstürmen, doch da traf einen von ihnen ein gewaltiger Feuerball und man hörte eine eindringliche, aber sehr ruhige Stimme sprechen: „Männer Ascalions! Bleibt wo ihr seid, oder es wird auch euer Schicksal sein, in einem Feuerball zu sterben!“
Die Männer gehorchten aufs Wort und blieben stehen. Der Krieger, der Marcian gerettet hatte, trat auf Ascalion zu. „Bringen wir es zu Ende, Ascalion!“
Ascalion wollte zum Angriff übergehen und schwang sein Schwert, doch der Krieger machte eine einzige Bewegung, stand neben Ascalion und stach ihm das grünglänzende Schwert in die Brust. Ascalion starb, noch ehe er den Boden erreicht hatte. Seine Männer suchten ihr Heil augenblicklich in der Flucht.
Nachdem das ganze Spektakel vorbei war, stand Marcian auf und wollte sich bei dem Krieger bedanken. Doch als sich der Krieger zu ihm umdrehte, war er sehr erschrocken. Es war kein Krieger! Es war ein Mädchen von vielleicht 15 Jahren! Er starrte ungläubig auf ihren Körper und begriff Sekunden später, das er sie in Verlegenheit brachte. Er wendete seinen Blick von ihr ab, murmelte ein „Hab Dank!“ und eilte zu seinem Vater. Dieser lag noch immer am Boden und rührte sich nicht. Auch Narhalla stürmte hervor und eilte zu ihm hin. Und eine dritte Gestalt näherte sich Grask. Diese Gestalt trug einen schwarzen Umhang mit eigenartigen Runen am Kragen, unter seinem Umhang glänzte ein Dolch und er trug kostbare Ringe. Er sprach „Verzeih, Marcian, das wir nicht eher kamen, wir können nichts mehr für deinen Vater tun, er ist tot. Doch trauere nicht um ihn, denn du wirst ihn wiedersehen. Eines Tages.“
„Wer seid ihr, Geheimnisumwobener?“
„Mein Name ist Calandryll. Ich bin Großmagier und Herr der Winde. Das dort vorne ist Tecia. Sie ist eine Kriegertochter und du wirst im Umkreis von 50 Meilen niemanden finden, der besser mit dem Schwert Gotteszorn umgehen kann. Sie hat dir das Leben gerettet.“
Marcian starrte immer noch ungläubig auf Tecia, denn er konnte nicht glauben, das so ein junges Mädchen so gut mit dem zweitmächtigsten Schwert der Welt umgehen konnte, noch konnte er glauben, dass dieses Mädchen, das Schwert überhaupt besaß.
Nach zwei Stunden hatte Narhalla das letzte gebet für ihren Vater abgeschlossen und gesellte sich zu den drei anderen ans Lagerfeuer. Sie fragte:
„Wie geht es nun weiter?“
„Wir werden mit Calandryll und Tecia gehen, sie glauben, dass wir beide eine Bestimmung haben und was haben wir auch für eine andere Wahl?“
„Wir werden nach Ening reiten und dort nach der Meisterschützin Mel suchen. Sie weiß den Weg zum Tempel der Drachen und genau dort müssen wir hin.“ Calandrylls Stimme klang immer noch sehr ruhig.
„Zum Tempel der Drachen...“ murmelte Marcian. Er wusste was das für ein Ort war. Vor Jahrhunderten erbaut, birgt er die einzige Waffe mit der Mann Siphrael, den dunklen Herrscher, besiegen kann. Nur schaffte es niemand an die Waffe heranzukommen, den sie wird bewacht von Golddrachen. Man braucht eine Tarnkappe, um hineinzukommen, doch niemand weiß, wo sich die legendäre Tarnkappe befindet. Und so ist es auch niemandem möglich das goldene Schwert Scral zu finden.
Sie brachen bei Anbruch des nächsten Tages auf. Marcian und Narhalla ritten auf einem prächtigen, weißen Hengst, während Tecia auf ihrer Stute und Calandryll auf seinem pechschwarzen Hengst ritten. Nach 3 Tagen erreichten sie ein kleines Dorf, das anscheinend verlassen war. Sie schlugen in einem der Häuser ihr Nachtlager auf und fanden sogar noch vier Leibe Brot und ein Schwein, welches sie schlachteten und brieten.
Am nächsten Morgen wachte Marcian auf und stellte fest, dass er und seine Schwester allein waren. Panisch ging er umher und suchte nach Calandryll und Tecia, doch fand er sie nicht.
Dann hörte er es. Ein Donnergrollen wie er es nur von einem Gewitter her kannte, doch der Himmel war klar in alle Richtungen. Er spähte Richtung Wald. Hatte sich dort etwas bewegt? Oder sah er Gespenster? Langsam wurde auch Narhalla wach und fragte ihren Bruder was denn los sei. Marcian bedeutete ihr sich ruhig zu verhalten. Er konnte zwar beim besten Willen nicht sagen, was sich ihnen da näherte, doch war es sehr sehr groß.
Er kauerte hinter einer niedrigen Mauer, während seine Schwester sich in einem leeren Weinfass verbarg. Dann sah er ihn. Ein riesiger Laufdrachen kam auf sie zu. Niemals zuvor hatte Marcian einen Drachen zu Gesicht bekommen und er war vor Entsetzen und Erstaunen gelähmt. Der Drache kam mit weit geöffnetem Rachen auf ihn zu, die kleinen Drachenaugen strahlten puren Hass aus. Der Drache war nur noch wenige Meter entfernt, da hörte er eine junge Stimme schreien „RUNTER!“. Marcian gehorchte und ließ sich auf den Boden fallen. Im selben Moment zischten zwei Pfeile in Richtung des Drachen. Beide trafen ihn mitten in der Brust. Doch das hielt den Drachen nicht auf, plötzlich stand vor ihm wieder Tecia und neben ihm war Calandryll. Tercia hatte die Augen geschlossen und hielt ihr Schwert fest umklammert, Calandryll hatte in beiden Händen einen Feuerball.
Der Drache stürmte heran. Calandryll warf beide Feuerbälle, doch verfehlten beide ihr Ziel. Sofort begann er mit einem weiteren Zauber. Tercia stürmte währenddessen auf den Drachen zu und durchtrennte ihm seinen linken Arm. Der Drache brüllte auf und schnappte nach Tecia, doch bevor er sie erreichen konnte, hatte er einen Pfeil mitten im Auge und ein gewaltiger Blitz zuckte vom Himmel und traf ihn, der Drache stöhnte ein letztes Mal auf und ging dann zu Boden. Doch er lebte noch. Tercia sprang auf und rammte dem Drachen ihr Schwert genau zwischen die Augen. Er zuckte noch einmal, dann war es vorbei. Das Ungetüm lag vor ihnen im Gras. Marcian sah erst jetzt, wer die Pfeile auf den Drachen geschossen hatte. Es war eine Frau von vielleicht 20 Jahren und mit feuerroten Haaren, die einen meisterhaft gefertigten Bogen trug. Auch die Pfeile in ihrem Köcher waren absolute Meisterwerke, jeder einzelne Pfeil so gefertigt, das er abbricht, wenn man ihn aus der Wunde ziehen will.
Das ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass der Tod die Zeit besiegt
|